Fast 40 Jahre plating electronic und der Schritt in die nächste Generation
Zum 1. April übernimmt die zweite Generation die Führung bei plating electronic. Sebastian, Matthias und Marius Rieder führen das Familienunternehmen weiter und geben dem, was über Jahrzehnte aufgebaut wurde, neue Impulse nach innen und nach außen. Im Kern bleibt dabei alles, wofür plating electronic seit 1987 steht: verlässliche Technik, Verantwortung für das Gesamtsystem und partnerschaftliche Zusammenarbeit über den gesamten Lebenszyklus.
Karl Rieder und seine Söhne teilen hier ihren Blick zurück auf die entscheidenden Schritte und ihren Blick nach vorn auf das, was bleibt und was weiter wächst.
Der Anfang
Manche Unternehmen entstehen aus einem Businessplan. plating electronic entstand aus einem ganz praktischen Bedarf. 1986 begann die Vorbereitung, 1987 wurde das Unternehmen offiziell gegründet – von Karl Rieder und Konrad Hoch.
Der Auslöser kam aus dem Markt: Als Anlagenbauer passende Stromversorgungen suchten, zeigte sich, dass es an Lösungen fehlte, die technisch überzeugend und im Prozessalltag zuverlässig einsetzbar waren. Beim damaligen Arbeitgeber von Karl und Konrad stieß die Idee, diese Lücke gezielt zu schließen, nicht auf Interesse.
Also entschieden die beiden, selbst zu starten. Karl beschreibt diese Phase rückblickend als typisch für die frühe Kultur: nicht lange reden, sondern eine Lösung bauen, die in der Praxis funktioniert. Name und Logo entstanden ebenfalls in Eigenregie.
Der ursprüngliche Logo-Gedanke stand sinnbildlich für die zwei Seiten einer Leiterplatte – technisch, pragmatisch, eigenständig.
Früh Vertrauen gewinnen
Die ersten Jahre waren geprägt von kompakten Netzgeräten und Lösungen für den regionalen Galvanikmarkt. Ein frühes Produkt war der „Galvano Master“, eine Prüfeinheit für die Galvanik auf Basis von Hull-Zellen. Früh zeigte sich in Regionen wie Stuttgart und Pforzheim, worauf es ankommt: Präzision und Reproduzierbarkeit.
Matthias bringt es heute so auf den Punkt: In Märkten wie der Schmuck- und Goldbeschichtung reicht „gut genug“ nicht – Qualität muss reproduzierbar sein. Genau diese Erwartung wurde zum Maßstab und zum Wachstumstreiber.
Menschen machen Wachstum möglich
Wachstum war immer Teamarbeit. Andreas Reichenbach gehörte zu den ersten Mitarbeitenden, stieg als Student ein und übernahm praktische Aufgaben von Kabelkonfektion bis Produktion. Heute arbeitet er weiterhin bei plating electronic und ist Leiter Vertrieb (Head of Sales).
Ende 1988 kamen weitere Mitarbeitende aus dem früheren Umfeld von Karl und Konrad hinzu; einer dieser frühen Kollegen ist bis heute im Unternehmen. Und wie in vielen Familienunternehmen packte man an, wenn es notwendig war: Dorothea, Karls Ehefrau, unterstützte in der Anfangszeit ebenso wie die Ehefrau von Konrad, wenn zusätzliche Montagekapazitäten gebraucht wurden. Sebastian sagt, dass genau diese Art von „gemeinsam lösen, statt diskutieren“ bis heute spürbar ist – kurze Wege, klare Verantwortung und ein Team, das sich nicht zu schade ist, mit anzupacken.
Technik, die den Unterschied gemacht hat
Technologisch setzte plating electronic früh eigene Akzente. Eine zentrale Entwicklung war die Einführung elektronisch geregelter Gleichrichter basierend auf Schaltnetzteiltechnik in einem Umfeld, in dem viele noch an klassischen Konzepten festhielten. Es gab Skepsis: Elektronik sei zu empfindlich für die Galvanik.
plating electronic überzeugte über Engineering. Mitte der 90er Jahre entstand ein Meilenstein: wassergekühlte Gleichrichter, die Elektronik vor belasteter Luft schützen und kompakte Anlagenkonzepte ermöglichen. Karl beschreibt das als einen Moment, in dem aus einer technischen Idee ein echter Praxisvorteil wurde: Schutz der Elektronik, kompaktere Bauformen und damit neue Spielräume in der Anlagenkonzeption.
Was zunächst als „zu sensibel“ galt, wurde Schritt für Schritt zum neuen Standard. Gleichzeitig blieb die Haltung technologieoffen. Marius betont, dass Technologie bei plating electronic nie Selbstzweck ist: Wenn ein Projekt heute thyristorbasierte Systeme sinnvoll macht, ist das keine Rückwärtsbewegung, sondern eine lösungsorientierte Antwort auf unterschiedliche Anforderungen.
International wachsen
Mit dieser technischen Basis wuchs auch die internationale Präsenz. In der zweiten Hälfte der 90er Jahre gewann der Export deutlich an Dynamik. Über die Partnerschaft mit Hendor (ca. 1997) entwickelte sich die USA zu einem wichtigen Markt.
Karls erster Messeauftritt in Cleveland (1997) steht sinnbildlich für eine Phase, in der plating electronic dort große Erfolge erzielte: präzise, zuverlässig, konsequent auf den Prozess ausgelegt. Karl erinnert sich an diese Zeit als besonders prägend, weil sich hier zeigte, dass konsequentes Engineering in einem anspruchsvollen Markt Vertrauen schafft. Zusätzlich brachten Pulse-Reverse-Systeme neue Impulse – und bestätigten den Anspruch, Entwicklungen aktiv mitzugestalten.
Ein Fundament, das bleibt
2008 zog sich Konrad Hoch aus dem Unternehmen zurück. Als Mitgründer hat er die frühe Phase fachlich und kulturell geprägt.
Karl spricht von Konrad als jemandem, der die technische Sorgfalt und das Qualitätsverständnis in den Anfangsjahren entscheidend mitgeprägt hat. Sein Beitrag bleibt Teil der Geschichte und des Fundaments, auf dem plating electronic weiter gewachsen ist.
Übergabe an die zweite Generation
Dieses Fundament trägt heute die nächste Generation. Sebastian, Matthias und Marius Rieder sind über unterschiedliche Wege in Verantwortung hineingewachsen. Zum 1. April übernimmt die zweite Generation die Führung mit klarer Rollenverteilung: Sebastian verantwortet Produktion, Prozesse und Qualität, Matthias den Vertrieb (insbesondere Deutschland, gemeinsam mit Andreas), Marius Forschung und Entwicklung, Einkauf und technische Weiterentwicklung.
Karl begleitet die Übergabe schrittweise. Matthias beschreibt das als bewussten Übergang: Erfahrung und Beziehungen sollen nicht abbrechen, sondern strukturiert weitergegeben werden. Sebastian ergänzt, dass Kontinuität im Alltag wichtig ist – Kunden sollen spüren, dass Prozesse stabil bleiben, während intern Verantwortung sauber übergeht.
Was bleibt und was weiter wachsen soll
We care for power ist dafür der klare Ausdruck. Und weil es am Ende nie nur um Geräte geht, sondern um Ergebnisse im Prozess, gehört auch diese Haltung dazu: Ihr Erfolg liegt uns am Herzen.
Im neuen Markenauftritt wird diese Haltung auch visuell sichtbar. Ihr Erfolg liegt uns am Herzen ist als Akzent in Pink hervorgehoben, bewusst als wiedererkennbares Signal. Gleichzeitig knüpft das an unsere Geschichte an, denn Pink wurde bei plating electronic schon früher gezielt in der visuellen Kommunikation eingesetzt.
Kontinuität bleibt der Kern – in Zusammenarbeit, Qualität und Serviceverständnis. Gleichzeitig entwickeln sich Märkte weiter, und plating electronic entwickelt sich mit. We care for power bedeutet dabei, Verantwortung nicht nur für ein Gerät, sondern für die Lösung zu übernehmen – technisch, praktisch und über den gesamten Lebenszyklus.
Und Ihr Erfolg liegt uns am Herzen heißt: Wir messen uns daran, ob Systeme im Prozess stabil laufen, ob Ergebnisse reproduzierbar sind und ob Unterstützung dann verfügbar ist, wenn sie gebraucht wird. Nach fast 40 Jahren ist der Ausblick klar: Der Name bleibt, die Haltung bleibt – und die nächste Generation führt weiter, mit Erfahrung aus der Vergangenheit und einem Blick nach vorn.

